Zeckenschutz

Der Wald bietet vielen Lebewesen ein Zuhause. Auch Zecken fühlen sich in Wald und Wiesen am wohlsten. Was Zecken sind, wie man sich vor Stichen schützt und wann ein Arztbesuch erforderlich ist, erfahrt ihr im Folgenden.

Die achtbeinigen Tiere gehören den Spinnentieren und Milben an. Die 1,2 – 3.8 mm kleinen Parasiten besitzen einen Rüssel und Mundwerkzeug. Hat sich eine Zecke an einem Menschen festgehaftet so fängt sie an Blut zu saugen. Dabei sondert sie Speichel in die Wunde ab, damit der Stich schmerzlos und unbemerkt bleibt. Ein kleiner Stich, der fatale Folgen haben kann. Denn die mit Viren und Bakterien infizierten Zecken, geben damit den Erreger in die Haut weiter. Auf diese Weise werden zwei gefährliche Krankheiten übertragen: Borreliose und Zeckenenzephalitis, auch Hirnhautentzündung oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannt.

Vorbereitet in den Wald

Das Risiko eines Zeckenstichs lässt sich bereits durch wenige Verhaltensregeln minimieren:

  • Das Tragen langer Kleidung erschwert es den Zecken unbemerkt auf die Haut zu gelangen. Ausserdem ist es nützlich die Socken über die Hose zu stülpen und eine Mütze zu tragen.
  • Zusätzlich unbedingt Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung auftragen (z.B. Antibrumm). Die lästigen Blutsauger können diese Düfte nicht ausstehen und bleiben deswegen lieber fern.
  • Die FSME-Impfung wird für Erwachsene und Kinder (ab 6 Jahren) empfohlen, die sich oft in Wald und Wiesen aufhalten. Euer Arzt wird euch gern genauer darüber informieren.
  • Es ist unerlässlich nach jedem Aufenthalt in Wald & Wiese die Kleidung und den Körper abzusuchen. Beliebte Orte sind Kniekehlen, Oberschenkelinnenseite, Schamgegend, Bauchnabel, Armbeugen, Achselhöhlen, Schultern, Nacken, hinter den Ohren, Haaransatz und die Kopfhaut.

Zeckenstich, was nun?

Wird trotz aller Vorsichtsmassnahmen eine Zecke entdeckt, sollte sie umgehend entfernt werden.

  • Die Zecke direkt über der Haut mit einer Pinzette oder Flawa Zeckenkarte fassen und langsam – senkrecht zur Haut – herausziehen.
  • Nicht drehen! Einmal zugepackt, sollte der Griff nicht mehr gelöst werden.
  • Durch das Desinfizieren der Stichstelle beugt man Entzündungen vor, jedoch nicht die Krankheitsübertragung.
  • Damit die Wanderröte besser erkennbar ist, die Einstichstelle mit einem Kugelschreibern einkreisen.

Das Tier keinesfalls mit Öl, Butter oder Klebstoff bestreichen. Damit erstickt die Zecke zwar langsam, aber im Todeskampf gibt sie vermehrt Viren und Bakterien ab. Nie mit Ausbrennen behandeln und die Zecke nicht quetschen.

Arztbesuch

Ein Arztbesuch wird unumgänglich wenn ihr nach einem Zeckenstich innerhalb von drei Wochen folgende Anzeichen erkennt:

  • grösser werdende Rötung am Einstichort
  • Wanderröte
  • Grippeartige Beschwerden
  • Schwindel
  • Gelenk- und Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Da die Beschwerden auch erst nach Monaten oder Jahren auftreten können, solltet ihr das Datum des Stichs notieren.